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Das Drama “Die Welt steht still” von Regisseur Anno Saul erzählt den fiktiven Stoff der preisgekrönten Autorin Dorothee Schön über eine Ärztin, die zu Beginn der Coronakrise selbst an Covid-19 erkrankt.

Als die Bilder aus Bergamo um die Welt gehen, steht das Leben der Konstanzer Intensivmedizinerin Dr. Carolin Mellau (Natalia Wörner) Kopf. Carolin wird Mitglied des Klinikkrisenstabs und ist rund um die Uhr im Einsatz. Schutzkleidung und Beatmungsgeräte fehlen, Personal muss geschult werden, neue Intensivbetten werden eingerichtet. Als Anästhesistin intubiert sie die Patienten mit schwerem Covid-19-Verlauf. Das Infektionsrisiko dabei blendet sie aus und sorgt sich mehr um die jungen Kolleginnen und Kollegen, denen die Routine fehlt. Gleichzeitig sitzt ihr Mann Stefan (Marcus Mittermeier) als Musiker von einem Tag auf den anderen ohne Einkommen zu Hause. Tochter Luzy (Lilly Barshy) und Sohn Tim (Jona Eisenblätter) können nicht in die Schule gehen hinzu kommt Luzys Liebeskummer: Sie und ihr Freund, der aus der Schweiz kommt, werden getrennt – die Grenze, die in Konstanz mitten durch die Stadt verläuft, wird geschlossen. Carolins Einsatz für die Patienten und ihre Angehörigen hat fatale Folgen: Sie infiziert sich mit dem Coronavirus.

Dorothee Schön hat für den Film intensiv bei Klinikpersonal recherchiert, ihre eigene Tochter ist Intensivmedizinerin.

„Vollbremsung mit Schleudertrauma
Kurzinterview mit Natalia Wörner:

Corona ist im Alltag ständig gegenwärtig. Warum sollten sich die Zuschauer*innen den Film genau deshalb in jedem Fall ansehen?

“Wir alle haben unsere Erfahrungen gemacht. Jeder und jede auf seine oder ihre Art und nicht mit denselben Einsichten oder gar Konsequenzen. Keiner von uns ist unberührt von Corona geblieben, manche haben die Krankheit durchgemacht – ich im Übrigen auch – und viele haben schmerzhaft andere Menschen verloren. Das Leben hat sich neu kalibriert, und im Moment fangen wir an, mit dem Virus auf Strecke zu leben und uns nicht mehr nur von Ausnahmezustand zu Ausnahmezustand zu hangeln. DIE WELT STEHT STILL ist ein erster Schritt, dies mit einem Minimal-Abstand, den wir mittlerweile haben, filmisch aufzuarbeiten.”

Der Ehemann der Ärztin, gespielt von Marcus Mittermeier, ist als Kammermusiker von einem Tag auf den anderen arbeitslos, alle Konzerte sind abgesagt. Ähnlich ging es ja Schauspieler*innen zu Beginn der Corona-Krise. Was haben Sie aus der Zeit für sich mitgenommen?

“Ich habe es als eine Vollbremsung mit Schleudertrauma erlebt – auf einmal wird der Stecker gezogen und der Beruf ist erstmal weg – von jetzt auf gleich. Dass es vielen Menschen und Berufsgruppen so ging, ist zunächst kein Trost für einen sehr subjektiven Moment, das Leben neu zu sortieren.”

 

Producers’ Note von Jutta Lieck-Klenke und Anne-Lena Dwyer:

“Die Idee, diesen Film zu machen, entstand im Lockdown März 2020, als von den Balkonen Deutschlands für das medizinische Personal auf den Corona-Stationen geklatscht wurde. Im Sommer 2020 sah es dann so aus, als sei das Virus im Griff. Wir fragten uns: wird das Thema noch aktuell sein, wenn unser Film fertig ist? Als das Drehbuch Anfang 2021 stand, waren wir im zweiten Lockdown, damit hatte keiner gerechnet. Der Dreh selbst fand dann im März 2021 unter sehr strengen Hygienemaßnahmen statt. Während der Dreharbeiten war Konstanz immer noch im Lockdown, keine Touristen – gespenstische Ruhe wie überall. Zwölf Monate später in genau der gleichen Situation zu sein wie im Frühjahr 2020, von dem wir in DIE WELT STEHT STILL erzählen, das kam uns verrückt vor.  Am Stress des medizinischen Personals hatte sich nichts geändert, außer dass nun keiner mehr applaudierte und finanziell fast nichts passiert war. Die große Herausforderung war, in dieser Situation authentische Drehorte zu finden, Krankenhäuser waren ja weit über ihre Kapazitätsgrenze belastet. Man durfte sie nicht einmal betreten. Durch einen glücklichen Umstand haben wir letztlich ein kürzlich modernisiertes – aber aufgrund einer Insolvenz stillgelegtes – Krankenhaus in der Region gefunden und für unsere Dreharbeiten „aus dem Winterschlaf“ geholt.  Wichtig war uns auch die medizinische Fachberatung bei Stoffentwicklung und Dreh durch die Intensivmedizinerin  Dr. Laelia Rösler, die gleichzeitig eine langjährige Freundin der Hauptdarstellerin Natalia Wörner ist. So konnten wir unserem Anspruch gerecht werden,  die Krankenhausabläufe, Behandlungen und medizinische Handgriffe so detailgenau und realistisch wie möglich zu zeigen. Selbst die Studierenden waren teilweise Medizinstudierende. Die Tochter der Autorin Dorothee Schön, selbst angestellte Ärztin am Klinikum Konstanz, hat einen Cameo-Auftritt. Die Musiker sind Mitglieder des Deutschen Symphonie-Orchesters Berlin.  Sie haben sich gefreut, an den Dreharbeiten mitwirken zu können, da sie zu diesem Zeitpunkt ja nicht auftreten konnten – auch hier ein Jahr später dieselbe Situation, die wir auch im Film zeigen. Unsere Komponistin Jessica de Rooij hat die klassischen Stücke für die Kammerbesetzung transkribiert, mit ihnen noch vor Drehbeginn die Studioaufnahmen dafür eingespielt und die wundervolle Filmmusik geschaffen, die den Film trägt. Das Bildmaterial, das den Papst erstmals in der dokumentarischen Geschichte des Vatikans allein auf dem menschenleeren Petersplatz zeigt, ist ein zeitgeschichtliches Dokument: Dafür brauchten wir den offiziellen „Segen“ des Vatikans.”

 

  • Regie

    Buch

    Kamera

    Szenenbild

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    Musik

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    Film Editor

    Produktionsleitung

    Herstellungsleitung

    Produzent

    Produktion

    Redaktion